Zeitlos elegantes Wohnen

       Ohrensessel gibt es seit Jahrhunderten. Heute sind sie so beliebt
       wie damals. Gönnen auch Sie sich ein Stück echte Wohnkultur.

Klassische Möbelmodelle erfreuen sich seit eh und je einer sehr hohen Beliebtheit. Auch bei klassischen Modellen gibt es eine Variantenvielfalt, die für nahezu jeden Geschmack das richtige bietet. Mit einem klassischen Ohrensessel können auch Sie ein Möbel erwerben, welches noch in Jahrhunderten beeindrucken wird.

Ohrensessel des Barock

Den Frühbarock ordnet man in die Zeit von ca. 1575 bis 1650, den Hochbarock in die Jahre 1650 bis 1720. Der Spätbarock wird auch Rokoko genannt und fällt in die Zeit von 1720 bis 1770. Nach der Renaissance (14. bis 17. Jahrhundert), die durch klare, nüchterne Elemente und Zurückhaltung geprägt war, steigerte sich vom BarockohrensesselFrühbarock bis hin zum Spätbarock Prunk und Pomp. Je üppiger die Darstellungen umso beliebter waren sie. Die Fürsten suchten Ihren Weg zur Unabhängigkeit. Es war die Zeit der Gegenreformation. Das Streben nach Reichtum und Macht schien unersättlich zu sein. Dazu passten prunkvoll übersteigerte Verzierungen. Die pure Lebenslust fand somit durch Mobiliar eine Ausdrucksform. Noch heute sind Ohrensessel im Barockstil ein elegant stilvolles Einrichtungsobjekt.

Französiche Klassiker

Luis-XVI-Stil: Er wird auch Luis-seize-Style genannt. Der französische König Ludwig XVI regierte von 1774 bis 1792, also vor Ausbruch der Revolution. Es ist die Zeit des Spätbarocks (oder auch Rokoko genannt) bis zum Beginn des Klassizismus. Beispielsweise sind Jean Henri Riesener und Sheraton Vertreter dieser Richtung. Anstelle von abstrakten Elementen flossen nun Naturerscheinungen in die Ohrensesselherstellung ein (z.B. Zweige, Blumenkörbe, Fruchtgehänge). Außerdem wurden weiterhin antike Einflüsse, z.B. Ornamente, Trophäenschmuck, Medaillons zur Gestaltung der Ohrenbackensessel genutzt. Die Möbelbeine des Luis-XVI-Stils haben eine gerade Form mit rundem Querschnitt.

Directoire-Stil: Dem Luis-XVI-Stil schloß sich direkt der sogenannte Directoire-Stil an (Hauptzeit ca. 1795 bis 1799). „Le directoire“ übernahm die Aufgaben des Nationalkonvents in der Endphase der französischen Revolution. Das Directoire als Spitze der neuen Regierungsform, der Demokratie ging einher mit einem Wandel im Lebensstil. Also wieder wandelte sich der Lebensstil auf Grund politischer Entwicklungen. Das Königtum und alles was damit zusammen hängt war nun verpönt. Bürger, die dem nicht folgten und sich als Royalisten outeten, liefen Gefahr hingerichtet zu werden. Die Ohrensessel wurden jetzt bewußt schlicht und einfach gestaltet, mit geraden Linien und Ornamenten aus der Antike.

Empire-Stil (auch Napoleon-Stil): Nach dem Directoire-Stil folgte der Empire-Stil. Empire steht für „Kaiserreich“. Diese Stilrichtung entwickelte sich Ende des 18. Jahrhunderts durch die Verbreitung durch Napoleon Bonaparte. Nun sollten die Ohrensessel repräsentative und dekorative Zwecke erfüllen. Größe und Macht, Strenge und Gradlinigkeit stehen im Vordergrund. Verwendet wurden z.B. Mahagoni, Zedern und Ebenholz.

Altenglische Ohrensessel

Üppige handgeschnitzte Ornamente und florale Verzierungen: das sind die Merkmale altenglischer Ohrensessel. Eine Bordüre umrandet den Sessel und eine ansehliche Holzmaserung mit z.B. einem Nussbaum-Rostrotstich bietet optischen Genuss. Hinzu kann die Darstellung der Sesselbeine als Füße im Chippendale-Stil kommen.

Ein echter Winchester ist ein Ohrensessel englischer Herkunft mit Lederbezug. Er ist bei Sammlern sehr begehrt.

Georgianischer Stil: Zwischen 1720 und 1840 regierten in Großbritannien vier Könige mit dem Namen George. Ohrensessel aus dieser Zeit haben Merkmale wie Kontraste, Ornamente und repräsentative Ausführungen. Besonders einflussreich und bekannt waren Möbel von Chippendale oder Sheraton (siehe unten).

Adam Stil: Robert Adam lebte von 1728 bis 1792 und gilt als Vater des englischen Klassizismus. Bei klassizistischen Ohrenbackensesseln wurde die römische und griechische Antike im 18. bis Mitte des 19. Jahrhunderts wiederbelebt. Er brach nicht mit bestehenden Traditionen, sondern baute Graziösität und Eleganz weiter aus.

Chippendale: Thomas Chippendales Ohrensessel fallen in die Zeit der Könige Georg II. und Georg III. in die zweite Hälfte des 18. Jahrhunderts, also in die „Georgianischen Zeit“. Der Kunsttischler nutzte die zunehmende Spezialisierung im Bereich der Möbelfertigung zu jener Zeit. Durch die aufkommende Arbeitsteilung und Zusammenarbeit verschiedener Berufszweige konnte eine hohe Produktivität und Effizienz erzielt werden. Während in anderen Teilen Europas die Zunftsysteme vorherrschten, liberalisierte England Ihre Wirtschaft. Chippendale veröffentliche Bücher mit Abbildungen seiner Entwürfe. Dadurch Chippendale Modernerreichte er einen großen Kundenkreis, meist gut betuchte oder aristokratische Abnehmer. Seine Publikationen wurden zahlreich kopiert und dienten als Vorlage in der gesamten Welt. Man sprach von „Chinese Chippendale“, „Gothic Chippendale“ oder „Irish Chippendale“. Die Kopien hatten mit dem Original häufig nichts mehr zu tun. Somit bezeichnete der Name Chippendale heute nur echte englische Herstellung.

Sheraton: Thomas Sheraton arbeitete zur Zeit Georg III in England, also Ende des 18. und Anfang des 19. Jahrhunderts. Er war Designer besonders feingliedriger leichter Ohrenbackensessel. Seine schlichten Möbel mit dünnen Beinen verzierte er mit Intarsien, Girlanden oder Vasen. Als Holz verwandte er Mahagoni, Palisander und Satinholz, da zu jener Zeit die Hölzer aus den tropischen Kolonien sehr gefragt waren. Er selbst war Zeichner und ließ die Möbel nach seinen Vorstellungen anfertigen. Außerdem schrieb er Bücher, die die Fachwelt beeinflusste. Die weltbekannte Hotelkette mit dem Namen Sheraton entwickelte sich erst im 20. Jahrhundert und hat nichts mit Thomas Sheraton oder Ohrenbackensesseln zu tun. Sheraton wurde stark beeinflusst durch den Louis-seize-, den Directoire- und Adams Style (siehe Erläuterung).

Deutsche Klassiker

Biedermeier-Stil: Die Biedermeier-Zeit wird in die Jahre 1814 bis 1849 (Deutscher Bund) eingeordnet, von manchen auch nur bis ins Jahr 1835. Zu dieser stürmischen Zeit großer politischer Umwälzungen forderte der Konsument auch einen anderen Möbelstil, den sogenannten Biedermeier-Stil. Dieser Stil entwickelte sich in verschiedenen Regionen deutschsprachiger Länder und weist auch regional unterschiedliche Merkmale auf. Typisch ist jedoch, daß Intarsien mehr und mehr in den Hintergrund und Furnierbildverzierungen im Vordergrund stehen. Nur beim gehobenen Bürgertum und dem Adel wurden alle Motive des Klassizismus ausgeschöpft, genau wie beim Luis XVI- und Empire-Stil. Als Holz dient z.B. Kirsche, Ahorn, Birke, Nussbaum und Esche. Die Ohrensessel sind schlicht aber gediegen. Sie wirken bescheiden, bieten jedoch Qualität und Komfort. Sie strahlen Eleganz und Klasse aus. Diese Charakteristiken führten dazu, daß der Biedermeier-Stil auch bei Ohrenbackensesseln immer wieder modern wurde. Ende des 19., Anfang des 20. Jahrhunderts kam die zweite Zeit des Biedermeiers. Zumindest einen Raum des Hauses richtete man sich gern mit jenen Möbelstücken ein. Ein dritter Aufschwung der Nachfrage nach dieser Stilrichtung begann nach dem I. Weltkrieg.



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